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APRS oder nicht?
#2
Hallo Uli,

passend zum Thema möchte ich mal kurz beschreiben wie wir das hier in unserer Region umgesetzt haben. Vielleicht kann das ein wenig als Anregung dienen. Und natürlich gerne auch als Diskussionsgrundlage benutzt werden:

Gateway: Wir betreiben ein zentrales Gateway mit Digipeater-Funktion an einem relativ guten Standort. Aufgrund unserer Topografie (viele tiefe Täler) kommt am Empfänger aber meist nur Datenmüll an (Kollisionen). Damit wird der Standort hauptsächlich zum TX-Gateway. Es werden also überwiegend Pakete ausgesendet die über das Netzwerk hereinkommen. Dazu sind entsprechende Filter gesetzt.

Digipeater: Das oben beschriebene Gateway wird von zwei kleineren Digipeatern (ohne jegliche Netzwerkanbindung) unterstützt. 

RX-Gateways: Davon haben wir ganz viele (siehe hier). Diese wirken als die eigentlichen Empfänger für unser TX-Gateway. Damit werden die Täler sehr gut und weitgehend kollisionfrei abgedeckt. Zudem werden dadurch auch kleinere APRS-Stationen (wie z.B. das PicoAPRS) recht gut gehört.

Raspberrys: Dies sind zum einen die RX-Gateways zum anderen Teil meist SvxLink-Systeme. Unsere lokalen FM-Relais machen damit über das APRS-System ihre Betriebsparameter (Frequenz, Ablage, Tonruf, CTCSS etc.) bekannt. Dies ist hauptsächlich für die mobilen Stationen gedacht. Ein Tastendruck (QSY-Funktion) und das Funkgerät schaltet sofort auf den gewünschten Repeater.

Vernetzung: Alle oben genannten Systeme sind fast ausschließlich über schnelle Richtfunkstrecken (HAMNET) mit unserem zentralen APRS-Server verbunden. Wir kommen damit also fast völlig ohne Internetverbindungen aus. Es gibt lediglich einen einzigen Uplink zum APRS-IS. Dies aber nur als "Gimmick" um auch die Dienste bei aprs.fi etc. nutzen zu können. Für die eigentliche Funktion benötigen wir das nicht. Die Verbindung ins Internet könnte also ohne negative Auswirkungen gekappt werden.

Genau wie die APRS-Systeme sind übrigens auch die meisten unserer lokalen FM-Relais über HAMNET-Richtfunkstrecken miteinander vernetzt (siehe hier). Auch dafür werden weder Internetverbindungen noch irgendwelche Internet-Infrastuktur eingesetzt. Das alles läuft also völlig eigenständig.

Für die Umsetzung haben wir einige Jahre gebraucht und auch viel Arbeit und Geld hereingesteckt. Inzwischen sind daraus mehr als zehn Standorte entstanden. Insgesamt wurden über 40 HAMNET-Antennen sowie die entsprechenden Router etc. installiert. Eine Menge Aufwand - per Internet wäre das natürlich viel einfacher. Man muss dafür also schon ganz schön verrückt sein, hi. Aber wird sind halt FUNKamateure. Und auch ein klein wenig stolz darauf ...

Schönen Gruß
Frank, DL3DCW
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  • DH5AZ, DL8RO
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Nachrichten in diesem Thema
APRS oder nicht? - von DL8RO - 19.01.2017, 11:31
RE: APRS oder nicht? - von DL3DCW - 18.02.2017, 13:32

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